Zeitungsüberweisung im Wechselverkehr nach Österreich-Ungarn
Dieses Formular konnte ich letzten Sonntag auf einem Antikmarkt erwerben, nach dem Motto „Besondere Sachen findet man eben nur an besonderen Orten“. Seit 40 Jahren sammle ich besondere Belege aus dem Deutschen Reich, suche bei Briefmarkenmessen oder Großtauschtagen danach, aber so ein Beleg/Formular ist mir bis dato nicht in die Hände gekommen.
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Zeitungsüberweisung (Orginalmaß B/H 21,0/32,8 cm)
Bei dem abgebildeten Formular mit der Kennzeichnung „O.P.D.13.“, handelt es sich um die Verrechnung einer Gebühr, die für die Nachsendung einer Zeitung, in unserem Fall „1 Expl. Nationalzeitung“ an Frau Professor Cohnheim nach St. Anton in Tirol fällig war. Wie aus dem R2 „P.A. LEIPZIG 10.“ hervorgeht wurde die Zeitungsüberweisung am 16. August 1901 bearbeitet.

Stempel PA Leipzig 10.
Die links des Stempels mit blauem Stift angeschriebene „224“ entspricht wohl der fehlenden laufenden Nr. im Stempel. Die Gebühr für diese Leistung (Nachsendung einer Zeitung) betrug im Verkehr mit Österreich-Ungarn 1 Mark [1]. Dies wurde auf dem Formular in Form des Germaniawertes zu 1 Mark (MiNr. 63a) dokumentiert. Die Entwertung erfolgte mit dem L2 „Postamt 13. Zeitungsstelle.“ in violetter Farbe.

Stempel Postamt 13 / Zeitungsstelle
Solche Formulare für Zeitungsüberweisungen sind außerordentlich selten erhalten geblieben, da diese normalerweise in den Postakten verblieben und nach einer bestimmten Zeit vernichtet werden mussten. Dies bestätigte mir auf Nachfrage auch unser Arge Mitglied und VPP Prüfer Herr Claudius Kroschel.
Armin Städler
Literatur:
[1] Hans-Werner Salzmann. Gebührenverrechnung auf Formularen - Wozu deutsche Briefmarken noch
verwendet wurden -. Berlin-Schönefeld, morgana edition, 2017
